Vom Poetry Slam zur Konfliktkultur – Dana Hoffmann über Vielfalt im beruflichen Sein & Werden, Female Empowerment & Konflikte als Chance

Was macht Arbeit sinnvoll? Wie finden wir unseren eigenen Weg – auch dann, wenn er nicht geradlinig verläuft? Und warum sind Konflikte kein Störfaktor, sondern eine echte Chance für Entwicklung?

 

In dieser Podcastfolge vom Sinnraum – deinem Podcast für mehr Tiefe, Klarheit und Sinn in der Arbeitswelt spricht Gastgeberin Annika, Psychologin, Zukunftsbegleiterin und Lernraumgestalterin, mit Dana Hoffmann. Dana ist Journalistin, Moderatorin, Autorin und systemische Organisationsentwicklerin mit dem Schwerpunkt Konfliktklärung. Wir sprachen über Vielfalt, Mut, Umbrüche, weibliche Sichtbarkeit – und darüber, warum wir Konflikten endlich einen besseren Ruf geben sollten.

 

Ein Weg, der sich nicht planen ließ

 

Dana Hoffmanns beruflicher Weg begann mit einem klaren Traum: Journalistin werden. Und sie setzte alles daran, dieses Ziel zu erreichen – mit zahlreichen Praktika, einem Volontariat und schließlich einer festen Stelle bei einer Zeitung. Moderation oder Bühne? Das war nie Teil des Plans.

Dass sie schließlich doch vor der Kamera und auf großen Bühnen landete, war eher Zufall: Während eines Praktikums beim SWR musste sie kurzfristig vor die Kamera springen – und merkte gemeinsam mit dem Team: Das funktioniert. Es folgten eine berufsbegleitende Moderationsausbildung, erste Veranstaltungen und schließlich große Science- und Poetry-Slam-Bühnen mit hunderten Zuschauer:innen.

Was Dana rückblickend besonders betont: Es waren keine großen Sprünge, sondern viele kleine Schritte – und die Bereitschaft, sich auf ungeplante, neue Möglichkeiten einzulassen. Sichtbarkeit entstand nicht aus einem Masterplan, sondern aus Offenheit und Entwicklung.

 

Sichtbarkeit: Chance, Herausforderung und Grenze

 

Sichtbar zu sein bedeutet nicht automatisch, dass es sich immer gut anfühlt. Dana spricht offen über Gegenwind, abwertende Kommentare und Erfahrungen mit Hass – insbesondere in sozialen Medien. Gerade als Frau wurde nicht nur ihre Kompetenz, sondern auch ihr Äußeres bewertet.

Eine wichtige Erkenntnis daraus: Grenzen setzen ist kein Scheitern, sondern Selbstfürsorge. Dana entschied sich bewusst, einen bestimmten Job nicht weiterzumachen, weil der Preis emotional zu hoch war.

Ihr Rat an Frauen, die mit Sichtbarkeit hadern:

  • Nicht einfach „mutig sein“, sondern hinschauen: Woher kommen die Zweifel?
  • Sind es eigene Ängste – oder erlernte, gesellschaftliche Zuschreibungen?
  • Sich Räume suchen, in denen frau sich sicher fühlt.

Denn Sichtbarkeit ist vielfältig: Bühne, Podcast, Blog, LinkedIn, Selbstständigkeit – nicht jede Form passt zu jeder Person.

 

Vielfalt als Stärke – auch wenn sie nicht immer einfach ist

 

Journalismus, Moderation, Medienpädagogik, Organisationsentwicklung, Konfliktarbeit: Dana vereint viele Rollen. Was für manche nach Beliebigkeit aussieht, ist für sie gelebte Vielseitigkeit.

Diese Vielfalt ist kein Zufall, sondern Ergebnis von Neugier, Offenheit und der Fähigkeit, sich schnell in neue Themen und Menschen hineinzudenken. Genau das ermöglicht ihr heute:

Veranstaltungen zu unterschiedlichsten Themen zu moderieren

Teams und Organisationen in Entwicklungsprozessen zu begleiten

Konflikte nicht isoliert, sondern systemisch zu betrachten

Ihr Fazit: „Das, was ich heute mache, war nicht geplant – aber es ist genau das Richtige.“

 

Ein schmerzhafter Bruch – und ein Neubeginn

 

Einer der größten Wendepunkte in Danas Leben war der Abschied vom Journalismus. Nach Jahren voller Engagement, Loyalität und hoher Identifikation kam es zu einem massiven Vertrauensbruch und Machtmissbrauch. Der Preis: eine schwere Überlastungsdepression.

Nach einem Klinikaufenthalt fand Dana Halt in einem neuen Arbeitsumfeld – der offenen Jugendarbeit. Dort arbeitete sie im Bereich Medienpädagogik und Projektmanagement. Diese Phase half ihr, sich zu stabilisieren und neu auszurichten.

Rückblickend sagt sie: Der Abschied war schmerzhaft, aber notwendig. Und die journalistische Ausbildung ist bis heute ein wertvolles Fundament ihrer Arbeit.

 

Warum Konflikte zu Dana gefunden haben

 

Konflikte waren lange kein Lieblingsthema für Dana – im Gegenteil. Sie beschreibt sich selbst früher als sehr hilflos in Konfliktsituationen. 

Der Zugang zur Konfliktarbeit entstand dann wieder eher beiläufig: über Moderation von Teamprozessen, Workshops und Organisationsentwicklung. Gemeinsam mit einem Kollegen stellte sie fest: In vielen New-Work-Formaten werden Konflikte übergangen oder nur oberflächlich behandelt.

Dabei liegt genau dort ein wichtiger Schlüssel für nachhaltige Veränderung und Verbesserung.

Heute ist Dana überzeugt:

Konflikte sind nicht das Problem.

Unser Umgang mit ihnen ist es.

Gemeinsam mit ihrem Kollegen entwickelte sie Formate zur systemischen Konfliktklärung, hielt Vorträge und veröffentlichte ein Buch, das Conflict Culture Playbook, zur Konfliktkultur.

 

Konflikte klären statt nur lösen

 

Ein zentraler Punkt in Danas Arbeit: Erst klären, dann lösen.

In Organisationen wird oft nach schnellen Lösungen gesucht – um Projekte, KPIs und Abläufe nicht zu gefährden. Doch ungelöste Konflikte verschwinden nicht. Sie wirken im Hintergrund weiter und verursachen enorme Kosten:

  • psychische Belastungen
  • lange Krankheitsphasen
  • innere Kündigung
  • Fluktuation von Fachkräften

Dana plädiert für mehr Beziehungsarbeit im Arbeitsalltag:

regelmäßige, feste Formate

Räume für Austausch, Irritationen und Spannungen

klare Zuständigkeit bei Führungskräften

Denn: Was nicht im Kalender steht, findet nicht statt.

 

Female Empowerment und die Kraft weiblicher Räume

 

Ein prägendes Erlebnis für Dana war eine Alpenüberquerung – in einer reinen Frauengruppe. Diese Erfahrung veränderte ihren Blick auf sich selbst und auf weibliche Gemeinschaft.

Was sie dort erlebte:

  • körperliche und mentale Selbstwirksamkeit
  • gegenseitige Unterstützung statt Konkurrenz
  • Offenheit, Vertrauen und Verbundenheit

Seitdem schafft Dana bewusst Räume für Frauen – beruflich wie privat. Räume, in denen Sicherheit entsteht und Themen Platz haben, die im männlich geprägten Arbeitskontext oft untergehen.

Gleichzeitig spricht sie offen über strukturelle Ungleichheiten:

  • Frauen müssen häufiger „doppelt performen“
  • unbezahlte Care-Arbeit
  • finanzielle Abhängigkeit und Altersarmut

Veränderung, so Dana, braucht viele kleine Hebel – in Familien, Teams, Organisationen und Sprache.

 

Sinnvolle Arbeit: Wenn Resonanz entsteht

 

Für Dana ist Arbeit dann sinnvoll, wenn sie Resonanz erzeugt. Wenn sie spürt, dass das, was sie tut, bei Menschen etwas bewegt.

Nicht abstrakt, sondern konkret:

  • ein Moment der Klarheit im Konfliktgespräch
  • ein aufrechtes Sitzen nach langer Anspannung
  • ein echtes Gehörtwerden

Sinn entsteht dort, wo Beziehung entsteht.

Oder wie Dana es formuliert:

„Ein Job ist für mich dann sinnvoll, wenn ich ihn auch machen würde, ohne Geld dafür zu bekommen – zumindest ein Stück weit.“

 

Konflikte brauchen einen besseren Ruf

 

Zum Abschluss ein Appell:

Konflikte sind unvermeidlich – überall, wo Menschen zusammenkommen. Sie beginnen nicht erst beim lauten Streit, sondern oft bei kleinen Irritationen.

Wer Konflikte verdrängt, verschiebt sie nur. Wer sie ernst nimmt, schafft Entwicklung.

Oder anders gesagt:

Make Konflikte great again.

 

Hier geht's zur ganzen Folge

 

Du möchtest selbst losgehen?

 

Vielleicht spürst du beim Lesen von Danas Geschichte, dass auch in dir etwas in Bewegung kommen möchte.

Dass du Lust hast, mutig neue Wege zu gehen, deine Stärken anders einzusetzen oder dich beruflich weiterzuentwickeln.

Ich begleite dich gerne !

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Mehr über Dana Hoffmann

 

Dana Hoffmann arbeitet als Moderatorin, Autorin und systemische Organisationsentwicklerin mit dem Schwerpunkt Konfliktkultur.

 

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